Juni 2010, Steinheim

Erfolgreiche Notfallübung der Malteser Steinheim

mit Feuerwehr und Rettungsdienst

Realistische Bergung und Erstversorgung nach einem Brand im Altenheim erfordert die enge Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte.

Die Malteser Steinheim stellen seit diesem Jahr eine Betreuungsgruppe sowie einen Krankentransport- und Techniktrupp für eine Katastrophenschutzeinheit des Kreises Höxter. Damit die Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr und dem Rettungsdienst des Kreises zu derartigen Anlässen reibungslos funktioniert, wurde am 17. Juni eine realistische Notfallübung durchgeführt.

Die Malteserunterkunft wurde zu einem Altenheim umpräpariert, aus dem bei starker Rauchentwicklung 12 leicht und stark verletzte Bewohner zu bergen wahren. Eine Person war (simuliert) aus dem Fenster in der ersten Etage gesprungen und hatte sich einen offenen Unterschenkelbruch zugezogen. Bewusstlose und intubierte Unfallopfer mussten zum Teil mittels Drehleiter gerettet werden. Helfer der Jugendfeuerwehr und des MHD stellten sich als Unfallmimen zur Verfügung.

„Wir haben 30 Minuten Zeit, alle Verletzten aus dem Gebäude zu holen, da Brandschutztüren für diese Zeit noch ausreichend Schutz bieten“, sah sich Tobias Hillen, Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim, mit seinen 20 Einsatzkräften vor einer großen Herausforderung. Über die Anzahl und Verletzungen der zu Rettenden war ihm nichts bekannt. So rückten zunächst einige Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutzgerät und Löschschlauch in das Gebäude ein, um den Brandherd zu suchen - zum Glück nur eine lodernde Matratze im Keller. So war der Brand schnell unter Kontrolle und für die Sichtung und Bergung der Verletzten blieb nun mehr Zeit.

Wie im echten Einsatz, waren auch der Rettungswagen des Kreises Höxter aus Steinheim und ein Leitender Notarzt vor Ort. „Sie übernahmen zusammen mit den Maltesern anschließend die medizinische Erstversorgung und entschieden über den Transport per Rettungshubschrauber sowie in das örtliche und umliegende Krankenhäuser. Weitere Helfer des MHD sorgten für die Registrierung und psychosoziale Unterstützung der Unfallopfer“, erläuterte Notarzt Albert Boßerhoff.

„Nach 75 Minuten waren alle Verletzten geborgen und ausreichend erstversorgt“, zeigte sich Rettungsassistent Christian Kröger mit dem Übungsergebnis sehr zufrieden. Er hatte zusammen mit seinem Kollegen Timo Kistner von der Rettungswache Steinheim das Szenario vorbereitet und den Einsatz als Beobachter begleitet. Im Abschlussgespräch lobten alle Führungskräfte die vorbildliche Zusammenarbeit und Kommunikation der beteiligten Organisationen. „Wichtig ist, dass sich die Einsatzkräfte im Ernstfall kennen und auch die Fahrzeuge und Ausrüstung der jeweils anderen Einheiten“, verdeutlichte Kröger das Ziel der Übung, die nun regelmäßig wiederholt werden soll.

Hintergrund: Der Malteser Hilfsdienst ist als Hilfsorganisation in den Katastrophenschutz des Bundes und Landes eingebunden. Bei Großschadenslagen, z. B. Unwettern, schweren Verkehrsunfällen oder Unglücken, wie der Hausexplosion in Höxter vor einiger Zeit, und den hoffentlich nicht mehr eintretenden Kriegsfall, werden die Katastrophenschutzeinheiten zusätzlich zu Rettungsdienst, Feuerwehr und THW alarmiert. Sie übernehmen die sanitätsdienstliche Erstversorgung und Betreuung der Betroffenen und Angehörigen, verpflegen die Opfer und Einsatzkräfte aus einer Feldküche, stellen Fahrzeuge, Zelte und technisches Gerät. Aber auch für „friedliche“ Einsätze, z. B. die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und Kirchentage sind diese ehrenamtlichen Kräfte ausgebildet und ausgerüstet.

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Die Einsatzkräfte nach erfolgreicher Übung
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