Juni 2010, Paderborn

Johannesempfang der Malteser im Erzbistum Paderborn

Vorstellung der Auslandshilfe für Uganda

Heilige Messe in der Busdorfkirche. Vorträge von Dr. Peter Freiherr von Fürstenberg (Foto) und Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg vor 150 Gästen.

Zum jährlichen Patronatsfest der Malteser im Erzbistum Paderborn waren neben geladenen Gästen aus Kirche, Politik, Verbänden und Gesellschaft auch zahlreiche Vertreter der Ortsgliederungen und Fördermitglieder des Diözesanverbandes erschienen, darunter die Bannerabordnungen aus Altenbeken-Buke, Geseke, Lage/Lippe, Paderborn und Steinheim. Ehrengäste waren Paderborns Bürgermeister Heinz Paus mit Ehefrau sowie die Vertreter der örtlichen Feuerwehr.

In der Heiligen Messe in der Busdorfkiche betonte Diözesanseelsorger Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg die Verantwortung jedes Einzelnen. "Jeder Mensch ist einzigartig und muss nach der Abkoppelung vom Elternhaus seinen eigenen Lebensweg finden. Gott und das Evangelium geben dafür Ziele vor, die auch die drei Grundübel überwinden helfen, die Triebhaftigkeit, die Trägheit und die Todesangst. Das wichtigste Gebot ist dabei die Nächstenliebe."

Beim Empfang im Hotel Aspethera bedankte sich Diözesanleiter Stephan Graf von Spee zu Beginn bei den treuen Förderern der ehren- und hauptamtlichen Dienste. Aus aktuellem Anlass nahm Professor Schallenberg dann Stellung zum Thema Sinn und Unsinn der katholischen Sexualmoral. Er erläutere, dass die Liebe und Sexualität Ausdruck des Geistes, der Seele sind und damit ein Zeichen der uneingeschränkten Wertschätzung. Angesichts der jüngsten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sprach er sich für eine Schuldanerkennung, Aufklärung und Transparenz aus, verdeutlichte aber auch, dass sich bis zu 80% der Missbräuche in den Familien ereignen würden. Er sprach sich für eine Verbesserung der sozialen Strukturen aus, um für derartige Vergehen erst gar keine Gelegenheit zu geben. Auch sei nicht eine "Verdoppelung der Richter" wichtig, sondern eine Resozialisierung der Täter, dort wo auch nur das kleinste Fünkchen Hoffnung auf eine Heilung bestünde. Wie bei der Ehebrecherin in der Bibel, so dürfe auch hier die Strafe nicht das letzte Wort sein.

Anschließend verabschiedete der Diözesanleiter Ulrich Damm (Hagen) und Rudolf Schmidt (Lennestadt-Oedingen) aus ihren Funktionen in der Leitung Einsatzdienste. 2004 hatte der Paderborner Diözesanverband als erster dieses Gremium für die Katastrophenschutzeinheiten eingerichtet, um die erforderlichen Führungsstrukturen, Helferqualifikationen und Ausrüstungen der örtlichen Teileinheiten zu gewährleisten. Damm und Schmidt traten aus Altersgründen zurück und möchten die aktuell notwendigen Umstrukturierungen nach der Änderung behördlicher Vorgaben in jüngere Hände geben. Graf von Spee lobte die jederzeit verlässliche, hilfsbereite und ortsnahe Arbeitsweise. "Im Vergleich zur laufenden Fußball-Weltmeisterschaft waren Sie für mich als Führungskräfte wichtige Stürmer und Manager. Als solche lasse ich Sie heute ungern gehen, würde mich aber freuen, wenn ich Sie als Linienrichter weiter verpflichten könnte." 

Im Festvortrag stellte Dr. Peter Freiherr von Fürstenberg, ehemaliger Diözesanleiter und jetziger Vizepräsident der Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser Ritterordens, das neue Partnerprojekt des Diözesanverbandes in der Auslandshilfe vor. In seinem Reisebericht einer Delegation mit Vertretern aus Paderborn und von Malteser International Ende Mai schilderte er den hohen Unterstützungsbedarf im St. Joseph’s Hospital in Maracha, einem kleinen Ort in der ugandischen Diözese Arua. Das Krankenhaus mit 200 Betten wird seit 14 Jahren von Malteser International gefördert. Durch diözesane und örtliche Spendenprojekte sollen in den kommenden Jahren 30.000 Euro aufgebracht werden, unter anderem für medizinische Hilfsmittel, die Anschaffung von Solarkochern, den Aufbau einer Geflügelzucht und das Gehalt von fünf einheimischen Krankenschwestern. In diesem Zusammenhang freute sich Baron Fürstenberg besonders über die Zusage des Kindermissionswerkes und des BDKJ, die Förderung des Krankenhauses zum Partnerprojekt der Sternsingeraktionen 2011 und 2012 im Erzbistum Paderborn zu erklären.

Graf von Spee sicherte eine uneingeschränkte Verwendung aller Spenden für eine ganzheitliche Hilfe im Hospital zu. Diese umfasst die stationäre Behandlung mangel- und unterernährter Kinder, die Beratung der Familien in den umliegenden Dörfern sowie Schulungsprogramme für betroffene Eltern.

Anlässlich des Johannesempfangs wird turnusmäßig auch der Jahresbericht des Diözesanverbandes 2009/2010 vorgestellt, der in der Diözesangeschäftsstelle erhältlich ist.

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v.l.n.r.: Rudolf Schmidt, Ulrich Damm, Dr. Wolf van Lengerich (stellv. Diözesanleiter), Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg, Dr. Peter Freiherr von Fürstenberg, Stephan Graf von Spee, Dr. Gerhard Markus (Diözesanarzt), Josef Lüttig (Diözesan-Caritasdirektor und MHD-Vorstandsmitglied)
v.l.n.r.: Rudolf Schmidt, Ulrich Damm, Dr. Wolf van Lengerich (stellv. Diözesanleiter), Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg, Dr. Peter Freiherr von Fürstenberg, Stephan Graf von Spee, Dr. Gerhard Markus (Diözesanarzt), Josef Lüttig (Diözesan-Caritasdirektor und MHD-Vorstandsmitglied)
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