Krankenpflegeschüler/innen schauen über den Tellerrand
Malteser Steinheim vermitteln Katastrophenschutzkenntnisse
24 Auszubildende des zweiten Lehrjahres konnten den Katastrophenschutz in der Stadtgeschäftsstelle der Malteser Steinheim live erleben.Damit die Zusammenarbeit der stationären Einrichtungen mit den Hilfsorganisationen bei Großschadenslagen reibungslos funktioniert, sind Katastrophenschutzthemen seit einiger Zeit auch Inhalt der Ausbildung der Kranken- und Gesundheitspfleger. Doris Boßerhoff, Lehrerin an der Pflegeschule der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge in Brakel und Ausbildungsleiterin der Steinheimer Malteser, vermittelt dazu nicht nur Theoretisches. Die 24 Auszubildenden des zweiten Lehrjahres konnten am 20. Mai den Katastrophenschutz in der Stadtgeschäftsstelle der Malteser Steinheim auch live erleben und ihr Wissen an einigen simulierten Unfallstationen zusammen mit den Einsatzkräften der Malteser praktisch üben.
„So können Sie die Führungsstrukturen und Ausstattung der Hilfsorganisationen für den Ernstfall in der Praxis kennenlernen“, erläutert Doris Boßerhoff. Sie zeigte sich begeistert von der Motivation und dem bereits guten Qualifikationsstand der Auszubildenden. Die Aufgaben, die Erstversorgung einer Thoraxquetschung, Kopfplatzwunde, arteriellen Oberarmblutung und Unterschenkelfraktur wurden professionell und zügig bewältigt, diesmal nicht mit der vertrauten Ausstattung einer Klinik, sondern den Hilfsmitteln des Katastrophenschutzes. So legten die Teilnehmer auch selbst Hand beim Zeltaufbau und der Inbetriebnahme eines Stromaggregates an oder ließen sich als Unfallopfer schminken.
„Der Malteser Hilfsdienst ist als Hilfsorganisation in den Katastrophenschutz des Bundes und Landes eingebunden. Bei Großschadenslagen, z. B. Unwettern, schweren Verkehrsunfällen oder Unglücken, wie der Hausexplosion in Höxter vor einiger Zeit, werden die Katastrophenschutzeinheiten zusätzlich zu Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr und THW alarmiert. Sie übernehmen die sanitätsdienstliche Erstversorgung und Betreuung der Betroffenen und Angehörigen, stellen Fahrzeuge, Zelte und technisches Gerät“, so Albert Boßerhoff, Leitender Notarzt des Kreises Höxter und Stadtbeauftragter der Steinheimer Malteser. Aber auch für friedliche Einsätze, z. B. die Fußball-Weltmeisterschaft oder eine Krankenhaus-Evakuierung, und den hoffentlich nicht mehr eintretenden Kriegsfall sind die ehrenamtlichen Kräfte ausgebildet und ausgerüstet. Der MHD Steinheim stellt seit diesem Jahr eine Betreuungsgruppe sowie einen Krankentransport- und Techniktrupp für eine Katastrophenschutzeinheit des Kreises Höxter.

- Die Auszubildenden und Malteserhelfer, rechts Albert und Doris Boßerhoff
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