Malteser begrüßen Einigung zur freiwilligen Zivildienstverlängerung
Verkürzung der Zivildienstzeit gefährdet soziale Dienste
Mit Blick auf diejenigen, die über ihren Zivildienst hinaus ehrenamtlich oder als geringfügig Beschäftigte tätig sind, drängte der MHD auf die Möglichkeit einer freiwilligen Verlängerung.
Köln, 18. Mai: Die Einigung der Koalition zur freiwilligen Verlängerung des Zivildienstes wird von den Maltesern begrüßt. „Die Möglichkeit, den Zivildienst freiwillig um drei bis sechs Monate zu verlängern, ist wichtig. Wir hoffen, dass viele junge Männer von der Möglichkeit Gebrauch machen werden“, sagt der Geschäftsführende Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Johannes Freiherr Heereman, in einer ersten Stellungnahme.
Der Wehr- und Zivildienst soll künftig auf sechs Monate verkürzt werden. Darauf hatten sich CDU/CSU und FDP im Koalitionsvertrag geeinigt. Die Malteser hatten daraufhin gefordert, dass Zivildienstleistende ihren Dienst freiwillig verlängern können. Die Dauer der fachgerechten Schulung steht nach Ansicht der Malteser in einer sechsmonatigen Dienstzeit nicht mehr im Verhältnis zur tatsächlich geleisteten Hilfe. Auch das Lernen sozialer Kompetenzen komme dadurch zu kurz. Bei den Maltesern sind derzeit rund 1.200 Zivildienstleistende engagiert – vor allem um Menschen mit Behinderungen zu fahren oder Älteren und Kranken eine warme Mahlzeit zu bringen.
„Viele Zivildienstleistende kommen während ihrer Dienstzeit auf den Geschmack und engagieren sich auch weiterhin für die sozialen Belange unserer Gesellschaft“, so Heereman. Diese Bereitschaft müsse gefördert werden. Die Kosten für den verlängerten Einsatz soll der Bund tragen. Die Malteser rechnen damit, dass rund 30 Prozent der Männer eines Jahrgangs freiwillig ihren Dienst verlängern.
Köln, 14. Mai 2010: Mit Blick auf die hohe Anzahl derjenigen, die über ihren Zivildienst hinaus ehrenamtlich oder als geringfügig Beschäftigte tätig sind, drängen die Malteser auf die Möglichkeit einer freiwilligen Verlängerung des Zivildienstes. So könnte eine Brücke zwischen kürzerer Pflicht-Dienstzeit und sinnvoller Lernzeit geschlagen werden. Wem die Tätigkeit gefällt, der soll künftig während seines Zivildienstes die Verlängerung beantragen können. „Viele Männer lernen im Zivildienst eine ganz neue, interessante ‚Welt’ kennen und finden so den Zugang zu weiterem sozialen Engagement", sagt Heereman. Die Kosten für den verlängerten Einsatz soll der Bund tragen. Der Zivildienst wird gemeinnützigen Organisationen wie den Maltesern vom Staat übertragen. Die Malteser rechnen damit, dass rund 30 Prozent der Männer eines Jahrgangs freiwillig ihren Dienst verlängern würden.
Problematisch wird die Verkürzung des Zivildienstes schon jetzt für die Dienststellen. Denn zwischen dem Ausscheiden der alten Zivildienstleistenden im Januar und dem Eintritt der neuen im Juli liegt ein halbes Jahr. Selbst eine bessere Verteilung der Zivildienstleistenden auf das Jahr wird das Problem der Unterversorgung nicht lösen. Da es bei einer Zivildienstverkürzung nicht mehr Bewerber geben wird, stehen für die offenen Plätze im Winter nicht genügend Bewerber zur Verfügung.
Auch für die jungen Männer, die nach einem halben Jahr Zivildienst ausscheiden und nicht verlängern, bleibt bis zu einem Einstieg in Beruf oder Studium eine Pause von bis zu einem halben Jahr. Eine biographische Lücke, in denen die Männer meist weder einer sinnvollen noch einer gut bezahlten Tätigkeit nachgehen können.
"Mit der angekündigten früheren Verkürzung des Wehrdienstes muss es gleichzeitig die Möglichkeit einer freiwilligen Verlängerung geben," so Johannes Freiherr Heereman, Geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes.
Köln, März 2010: Bei den Maltesern sind rund 1.200 Zivildienstleistende im Jahresdurchschnitt beschäftigt. Haupteinsatzbereiche sind der Fahrdienst für Menschen mit Behinderung, der Menüservice sowie der Hausnotruf. Zivildienstleistende werden hier zu wichtigen Bezugspersonen für hilfebedürftige Menschen - ein Wechsel nach nur sechs Monaten ist kaum zumutbar. Dennoch wird dem Zivildienst bei den Maltesern eine hohe Bedeutung eingeräumt.
"Als Lerndienst und oft einzige Möglichkeit, mit sozialen Aufgaben und Berufen in Berührung zu kommen, möchten die Malteser den Zivildienst erhalten," betont Heereman. Aktuelle Überlegungen der Politik, ein Modell der freiwilligen Verlängerung zu schaffen, werden daher von den Maltesern als dringend notwendig erachtet.

- Johannes Freiherr Heereman







