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Malteser Paderborn

Flüchtlingshilfe als Aufgabe christlicher Politik

Johannisfest der Malteser mit Festvortrag, Stabswechsel und Ehrung von Helfern in der Flüchtlingshilfe

27.06.2016
Über 140 Gäste waren beim diesjährigen Johannisfest der Malteser dabei. Foto: Malteser/Kaiser
Elmar Brok, MdEP, hielt einen eindrucksvollen Vortrag zum Thema „Die Flüchtlingssituation als Herausforderung christlicher Politik“. Foto: Malteser/Kaiser
Stephan Graf von Spee wurde als stv. Diözesanleiter verabschiedet. Foto: Malteser/Kaiser
Neuer stv. Diözesanleiter für Südwestfalen ist Hubert Berschauer aus Siegen. Foto: Malteser/Kaiser
Malteser Helferinnen und Helfer wurden für ihr herausragendes Engagement in der Flüchtlingshilfe geehrt (v.l.n.r): Bernhard Wiegelmann (Arnsberg-Meschede), Volker Horenkamp (Gütersloh), Diözesanleiter Dr. Wolf van Lengerich, Cornelia Brune (Rheda-Wiedenbrück), Thorsten Hess (Gütersloh), Johanna Illies (Rheda-Wiedenbrück), Florian Dworak (Büren), Karsten Perez-Becker (Hövelhof), Uwe Heidemann (Altenbeken), Diözesangeschäftsführer Andreas Bierod. Nicht auf dem Foto: Matthias Mende (Iserlohn-Menden). Foto: Malteser/Kaiser

Paderborn. 140 Malteser und geladene Gäste feierten am Sonntag gemeinsam das Johannisfest im Paderborner Liborianum. Der jährliche Empfang ist das Fest zu Ehren des Malteser Ordenspatrons, des heiligen Johannes des Täufers. Den Einstieg bildete die Heilige Messe in der Kapuzinerkirche, zelebriert von Malteser Diözesanseelsorger Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg. Anschließend eröffnete Diözesanleiter Dr. Wolf van Lengerich den Empfang in der Aula des Liborianums.

Festredner Elmar Brok, seit 1980 Mitglied des Europäischen Parlaments, sprach über die Herausforderungen einer christlichen Flüchtlingspolitik und betonte: Eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik sei der einzige Weg, die Flüchtlingssituation zu verbessern. Nicht nur eine gute Entwicklungspolitik sei dafür notwendig, sondern auch eine gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik. Elmar Brok mahnte an, dass die europäischen Staaten solidarisch miteinander umgehen müssten. Nationalstaatliche Alleingänge mit Grenzschließungen seien zu vermeiden. Aus aktuellem politischem Anlass bezog Elmar Brook auch klar Position gegen den „Brexit“. Er hielt ein flammendes Plädoyer für ein geeintes Europa, das schließlich Erfolgsgeschichte geschrieben habe. Durch das Zusammenwachsen der europäischen Staaten könnten heute 28 Länder in Frieden und Freiheit leben; in politischen Systemen, die auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit beruhen. Sein Fazit: Bei allen Schwierigkeiten lohnt es sich, für Europa zu streiten.

Anschließend konnte der Stab des stellvertretenden Malteser Diözesanleiters für Südwestfalen erfolgreich und würdevoll übergeben werden: Auf Stephan Graf von Spee folgt Hubert Berschauer aus Siegen. Der langjährige Diözesanarzt der Malteser, Dr. Gerhard Markus, hielt die Laudatio auf „einen ganz besonderen Sauerländer“. Aufgewachsen in Ahausen / Finnentrop war Graf von Spee schon in jungen Jahren zu den Maltesern gekommen. Seit 1998 war er stellvertretender Diözesanleiter. In dieser Zeit hat der Bundesverdienstkreuzträger und Träger des päpstlichen Silvesterordens in vielen Bereichen Impulse gesetzt. So ist beispielsweise sein Engagement für die Malteser Jugend hervorzuheben, zu der er stets ein fast väterliches Verhältnis pflegte. Auch für die Lourdes Wallfahrt brannte „der Graf“, wie er von vielen genannt wird. Maßgeblich ist es auf sein Engagement zurückzuführen, dass die Malteser Pilgerfahrt nach Lourdes das wurde, was sie bis heute ist: die bundesweit größte Diözesanwallfahrt in den südfranzösischen Marienwallfahrtsort.

„Präsenz zeigen, Not sehen, aktiv werden, voran gehen, mutig entscheiden“, so beschrieb Dr. Gerhard Markus den zupackenden Charakter von Spees. Dies habe sich auch in der aktuellen Flüchtlingssituation gezeigt, als er eine Koffer- und Fahrradsammelaktion für die Flüchtlinge in Meschede initiiert hatte. Mit Standing Ovations wurde Stephan Graf von Spee verabschiedet. Was von den 18 Jahren in verantwortlicher Position bleiben, sind Erinnerungen an und Geschichten über einen äußerst beliebten, bodenständigen und allseits akzeptierten Malteser.

Sein Nachfolger Hubert Beschauer ist Leiter Personal und Recht sowie Prokurist am St. Marien-Krankenhaus Siegen. In seiner Antrittsrede nahm er Bezug auf einen der Leitsätze des Malteser Hilfsdienstes: „Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn“. Der neuen Aufgabe blickt Hubert Berschauer mit Freude, aber auch mit großem Respekt vor den Leistungen seines Vorgängers entgegen: „Ich freue mich auf unser Miteinander“, sagte er, nachdem er von Diözesanleiter Dr. Wolf van Lengerich seine Dienstkleidung überreicht bekommen hatte.

Auf der Tagesordnung stand auch die Ehrung verdienter Malteser Helferinnen und Helfer, die sich im vergangenen Jahr herausragend für die Flüchtlingshilfe engagiert haben. Die Malteser Verdienstmedaille (Flüchtlingshilfe) erhielten Bernhard Wiegelmann (Arnsberg-Meschede), Johanna Illies und Cornelia Brune (Rheda-Wiedenbrück), Matthias Mende (Iserlohn-Menden), Florian Dworak (Büren), Volker Horenkamp (Gütersloh), Thorsten Hess (Gütersloh) und Karsten Perez-Becker (Hövelhof). Das Ehrenzeichen Katastrophenschutz des Landes NRW wurde Uwe Heidemann aus Altenbeken durch Christoph Müller, stv. Kreisbrandmeister des Kreises Paderborn, verliehen. „Sie alle haben sich vorbildlich engagiert und der Malteser Flüchtlingshilfe ein freundliches Gesicht gegeben“, betonte Dr. Wolf van Lengerich. Nicht persönlich entgegennehmen konnten die Ehrung Elke Kollnischko-Hoppe (Brakel), Volker Wachholz (Arnsberg-Meschede), Herbert Walter (Brakel) und Kim Alexander Vogt (Dortmund).

Weitere Informationen

Frank Kaiser
Diözesanreferent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (05251) 1355-12
frank.kaiser(at)malteser(dot)org
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