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Malteser Paderborn

Malteser helfen bei Familienzusammenführung

Irakischer Familienvater mit Malteser Krankentransport nach Lage

23.08.2017
Wieder mit den Eltern vereint – Mutter Shami, Dünya, Saad, Vater Barakat, Helfer und Fahrer Carsten Schäfer vor dem Malteser Krankentransportwagen am Düsseldorfer Flughafen. Foto: Malteser/Lukas Kaiser
Wieder mit den Eltern vereint – Mutter Shami, Dünya, Saad, Vater Barakat, Helfer und Fahrer Carsten Schäfer vor dem Malteser Krankentransportwagen am Düsseldorfer Flughafen. Foto: Malteser/Lukas Kaiser

Paderborn/Lage/Lippe. Auf den Tag, an dem Dünya und ihr Bruder Saad ihre Eltern wiedersehen können, haben sie lange gewartet. Die 24-jährige Irakerin und ihr 14-jähriger Bruder flohen vor über zwei Jahren über die Balkanroute aus ihrer Heimat. Sie und ihre Familie gehören der Volksgruppe der Jesiden an, die dort nach wie vor von der Terrormiliz Islamischer Staat grausam verfolgt wird. Mittlerweile leben sie in einer kleinen Wohnung in Lage und werden dort von der Flüchtlingshilfe der Evangelisch-methodistischen und -lutherischen Gemeinden betreut. Als die Nachricht von der Ausreisegenehmigung der Eltern kam, waren alle überglücklich aber auch sehr besorgt. Denn Vater Barakat ist schwer krank und muss auf dem Transport durchgängig medizinisch betreut werden. Der Flug war gesichert, nun galt es die Fahrt vom Düsseldorfer Flughafen nach Lage zu organisieren. Betreuerin Annika Fideleo setzte alle Hebel in Bewegung und kontaktierte Elisabeth Wiemann, Stadtbeauftragte der Malteser in Lage. Ebenfalls in der Flüchtlingshilfe engagiert, sagte Elisabeth Wiemann schnelle Hilfe zu und organisierte über den Malteser Fahrdienst aus Paderborn den benötigten Liegend-Krankentransport. Somit war während der Fahrt eine lückenlose medizinisch fachliche Betreuung gewährleistet. Die Fahrtkosten konnten mit einer Spende von der Lagenser Westtor-Apotheke für die Flüchtlingshilfe der Malteser aufgebracht werden.

„Keine Fahrt, wie jede andere“, berichtet Malteser Fahrer Carsten Schäfer, der zusammen mit den Beifahrern Lukas Kaiser und Nik Böger den Krankentransport durchführte. „Neben den vielen Formalitäten, die uns erlaubten, zur Patientenaufnahme auf das Rollfeld des Düsseldorfer Flughafens zu fahren, war es vor allem sehr bewegend, die beiden jungen Leute wieder mit ihren Eltern vereint zu sehen.“ Dünya und ihr Bruder Saad fuhren parallel mit Pfarrer Richard Krause aus Lage direkt nach Düsseldorf und nahmen auf der Rückfahrt ihre Mutter Shami mit. Im Klinikum Detmold wurde der Vater einem ersten medizinischen Check unterzogen und kann sich nun weiterhin auf eine optimale gesundheitliche Betreuung verlassen.

Somit könnten alle aufatmen, dass die Reise der Eltern so gut geklappt hat, wäre da nicht die Sorge um die noch im Irak verbliebenen sechs Geschwister. Alle Beteiligten hoffen, dass sich bald die gesamte Familie wieder in die Arme schließen kann.

Weitere Informationen

Frank Kaiser
Diözesanreferent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (05251) 1355-12
frank.kaiser(at)malteser(dot)org
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