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Malteser Paderborn

Förderverein Melitensia e. V. stellt Münzen in der Bank für Kirche und Caritas aus

Historische Sammlung Souveräner Malteser Ritterorden

13.10.2017
Jürgen Reineke (r.), Vorstandsmitglied der Bank für Kirche und Caritas in Paderborn sowie Diözesanfinanzkurator der Malteser, eröffnete die Ausstellung zusammen mit Johannes Reschke, Geschäftsführender Vorsitzender von Melitensia e.V. Foto: Malteser/Kaiser

Paderborn. Einzigartige historische Münzen in Gold, Silber und Bronze vom Mittelalter bis heute sind in den Fenstern der Bank für Kirche und Caritas zu sehen. „Schon lange vor Beginn des Bankenwesens erleichterten Münzen den Handel. Wir freuen uns, dass wir aus der Historischen Sammlung Souveräner Malteser Ritterorden des Fördervereins Melitensia e.V. ausgewählte Münzen zeigen können und damit einen Einblick in die Geschichte des Geldes geben“, berichtet Jürgen Reineke, Vorstandsmitglied der Bank sowie Diözesanfinanzkurator der Malteser.

Der 1978 gegründete Förderverein von ehrenamtlichen Mitgliedern des Malteser-Hilfsdienstes im Erzbistum Paderborn ist im Besitz von einer großen Anzahl von Exponaten historischer Münzen, Urkunden, Bücher, Stichen und Ordensdekorationen aus mehreren Jahrhunderten. Nach der Ordensgründung 1099 in Jerusalem und der Vertreibung von dort kam der Orden über Zypern 1308 auf die Insel Rhodos. Seit dieser Zeit begründet sich auch die völkerrechtliche Souveränität des Ordens. Durch zunehmende Beziehungen in aller Welt – der Orden hat bis heute Niederlassungen weltweit – war die Einführung eines Münzwesens notwendig geworden. Man richtete sich zunächst nach den dort gebräuchlichen Münzen der großen italienischen Handelsstätten. Die eigene Währung hatte auch den Vorteil bei der Umrechnung der Abgaben der Ordenskommenden an den Ordensitz, man denke daran wieviele unterschiedliche Währungen es z.B. in den deutschen Ländern gab.

In der Blütezeit des Ordens auf der Insel Malta ab 1530 bis 1798 nahmen die Prägungen zu.
Das Oberhaupt des Ordens der Fürst und Großmeister prägte zunächst große Silbermünzen mit seinem Porträt und dem Ordenswappen. Im Laufe der Zeit kamen kleinere Silbermünzen hinzu und auch Prägungen in Gold. Sicher auch ein Zeichen des unterschiedlichen Geldwertes beim Erwerb von Waren etc. Dienten die Silbermünzen für die Geschäfte und Käufe in aller Welt, wurde für den alltäglichen Gebrauch der Bevölkerung – auch aus Kostengründen – die Prägung von Kupfermünzen notwendig.

Beim Tod eines Großmeisters prägte der gewählte Nachfolger wiederum Münzen mit seinem Bildnis. Da so schnell der Nachdruck der Kupfermünzen nicht erfolgen konnte, fand man einen anderen Weg. Die Gültigkeit dieser Münzen wurde mit einem aufgeprägten Gegenstempel – Teil des Wappens des neuen Großmeisters – verlängert und für gültig erklärt. Einige der ausgestellten Kupfermünzen haben bis zu fünf verschiedene Gegenstempel, waren also unter fünf Großmeistern gültig.

Nach der Vertreibung von Malta durch Napoleon kam der Ordenssitz 1834 endgültig nach Rom. Ein eigenes Münzwesen entstand dort nicht mehr. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden Nachprägungen der alten Münzen und Werte mit dem Bild des jeweiligen Großmeisters als Goldmünzen zur Erinnerung geprägt. Sie sind kein gültiges Zahlungsmittel, aber in Sammlerkreisen begehrt. Der Erlös dient u.a. zur Mitfinanzierung der caritativen Werke des Ordens in aller Welt.

Die Ausstellung in der Paderborner Kirchenbank, Kamp 17, ist noch bis zum 26. Januar 2018 zu sehen.

Weitere Informationen

Frank Kaiser
Diözesanreferent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (05251) 1355-12
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