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Malteser Paderborn

Größte Evakuierung der Malteser in der Erzdiözese Paderborn

Nach Bombenfund müssen mehr als 26.000 Menschen die Paderborner Innenstadt verlassen

10.04.2018
Aus dem Kreis Gütersloh fuhr neben dem PTZ 10 mit Malteserbeteiligung auch ein BTP 500 nach Paderborn.
Bürgermeister Michael Dreier besuchte die einzelnen Einsatzabschnitte. Hier bedankt er sich an der Benteler-Arena bei den Helferinnen und Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement. Foto: Eike Breustedt
Der BTP 500 des Kreises Paderborn betreute die Betroffenen an der Maspernhalle.
Hand in Hand arbeiteten Helferinnen und Helfer der Malteser und des Roten Kreuzes aus dem Kreis Höxter sowie der Feuerwehr der Stadt Höxter an der Benteler-Arena. Foto: Eike Breustedt
Dompropst Monsignore Joachim Göbel überzeugt sich persönlich vom Wohl der Menschen, die im Edith-Stein-Berufskolleg untergebracht worden sind. Auf dem Foto: Hildegard Giefers mit der Helferin Beatrix Piel und dem Helfer Sebastian Feldmann. Foto: Wilfried Lappe
Am Edith-Stein-Berufskolleg wurden Evakuierte mit besonderen Bedürfnissen betreut. Foto: Jan-Hendrik Grotevent
Die Malteser aus Gütersloh und Rietberg verlegten als PTZ 10 Patienten bis nach Marsberg.
Nach einem langen Tag an der Benteler-Arena kehrten die Mitglieder der Einsatzeinheit aus Brakel und Höxter mit vielen neuen Eindrücken zurück. Foto: Marion Breustedt
Einsatzfahrzeuge der Fahrdienstmitarbeiter aus OWL.

Es war einer der größten Einsätze, die die Malteser aus der Erzdiözese Paderborn in ihrer Geschichte erlebt haben. Am Sonntag rückten sie schon in den frühen Morgenstunden aus, um die Evakuierungsmaßnahmen in der Paderborner Innenstadt zu unterstützen. Dort musste für die Entschärfung eines so genannten „Blockbusters“ ein 1,5 Kilometer großer Radius evakuiert werden – in dem mehr als 26.000 Menschen leben und in dem sich mehrere Krankenhäuser und Seniorenheime befinden.

So rückte aus dem Kreis Gütersloh ein so genannter PTZ 10 aus, ein Patiententransportzug für den Transport von zehn Menschen. Vier Fahrzeuge mit acht ehrenamtlichen Maltesern aus Gütersloh und Rietberg stellten davon die Malteser, die auch die Führung dieser Einheit innehatten. Unter der Leitung von Zugführer Thorsten Heß verlegten sie Patienten unter anderem nach Marsberg und brachten sie nach der erfolgreichen Entschärfung wieder zurück nach Paderborn. Auch Rettungswagen der Malteser aus Paderborn und Hövelhof waren im Einsatz. Sie waren Bestandteil des PTZ-10 aus Paderborn.

Neben der Verlegung von Patienten war auch die Betreuung der Evakuierten eine Aufgabe der Kräfte der Malteser. So genannte Betreuungsplätze (BTP) werden eingerichtet, um Evakuierte in festen Gebäuden über einen gewissen Zeitraum unterzubringen. Hier wurden sie unter anderem mit Getränken und belegten Brötchen versorgt. Der BTP 500 des Kreises Paderborn war mit Malteserbeteiligung für die Einrichtung des Betreuungsplatzes an der Maspernhalle im Einsatz. Zwölf Malteser aus Büren stellten hierfür die Betreuungsgruppe und den Führungstrupp, ein KTW der Malteser aus Hövelhof war auch mit vor Ort.

Aus dem Kreis Höxter rückte die Einsatzeinheit der Malteser an. Zusammen mit zwei weiteren Teileinheiten des Roten Kreuzes aus dem Kreis und der Feuerwehr der Stadt Höxter stellten sie einen der BTP 500, der an der Benteler Arena eingesetzt wurde. Dort waren sie mit zwei weiteren Einheiten aus Bielefeld und dem Kreis Minden-Lübbecke für die Betreuung und Verpflegung der Evakuierten zuständig. Teil einer Mannschaft aus über 230 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zu sein, war für die Malteser aus Altenbeken-Buke, Brakel, Höxter und Steinheim ein Erlebnis – auch wenn der große Besucherandrang an diesem Tag an der Benteler-Arena ausgeblieben ist.

Im Evakuierungsgebiet leben auch Menschen, denen es nicht möglich war, Einrichtungen, wie die in der Maspernhalle oder der Benteler-Arena, selbstständig aufzusuchen. Im Edith-Stein-Berufskolleg wurde extra für sie und Bewohner der Seniorenheime ein spezielles Betreuungsangebot aufgebaut. Auch hier waren Helferinnen und Helfer der Malteser aus Borchen und aus Paderborn im Einsatz.

18 Kolleginnen und Kollegen, 8 Fahrzeuge zur Beförderung von Rollstuhlfahrern, 1 KTW – auch die hauptamtlichen Fahrdienstmitarbeiter aus OWL waren bei der Bombenentschärfung in Paderborn zur Stelle. Zur Unterstützung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben sie 38 Einsätze gefahren und Rollstuhlfahrer von A nach B verlegt.

Nachdem die Entschärfung nach einiger Verzögerung gegen 17 Uhr geglückt war, konnten nach und nach alle Anwohner in ihre Häuser zurückkehren und die Patienten zurück in die Krankenhäuser gebracht werden. Von den Maltesern wurden an diesem Tag unzählige Tragen geschoben, Brötchen geschmiert und Wasserflaschen ausgegeben. Die Helferinnen und Helfer waren in der Betreuung, Verpflegung, Technik oder Führung der Einheiten tätig. Sie waren zuständig für einen Teil der rettungsdienstlichen und sanitätsdienstlichen Absicherung dieses großen Einsatzes. 

Wir danken für das Engagement, welches sie gemeinsam im Kreise mit über 1000 Helferinnen und Helfern aller Hilfsorganisationen, der Feuerwehr und Polizei gezeigt haben!

Text: Eike Breustedt, P&Kom Team der Leitung Einsatzdienste

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Frank Kaiser
Diözesanreferent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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