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Malteser Paderborn

Hilfe, die ankommt: Malteser schicken eine Kirche nach Weißrussland

29.08.2018
Packen gemeinsam kräftig an: (v.l.) Frank Janssens, Leiter Auslandsdienst, sein Bruder Robert, der auf Bitte von Frank extra aus Hannover gekommen ist, um aufladen zu helfen, Henrique da Silva, Malteser Helfer aus Hövelhof, Michael Daemen, Leiter des Malteser Länderbüros Weißrussland, und Speditionsfahrer Viktar Khodysh. Foto: Frank Kaiser

Büren, ein diesiger Dienstagmorgen Ende August: Emsiges Treiben herrscht im Auslandslager der Malteser. Hier, im Industriegebiet an der Neubrückenstraße 7, werden tonnenweise gespendete Güter gesammelt und gelagert. Regelmäßig brechen von hier aus LKWs, bis unters Dach vollgepackt mit Hilfsgütern, nach Osteuropa auf. Und doch ist diese eine Lieferung etwas ganz Besonderes, sagt Frank Janssens, Leiter Auslandsdienst der Malteser in Büren. „Denn heute verladen wir eine komplette Kircheneinrichtung.“ Ihr Ziel ist die Diözese Minsk-Mogilev in Weißrussland.

Alles begann vor gut zwei Jahren, bei Null Grad Celsius und Regen: Trostlos sind die Wetterbedingungen, als eine Delegation des Malteser Auslandsdienstes Mitte November 2016 in Minsk, der weißrussischen Hauptstadt im Zentrum des Landes eintrifft. Sie kommen auf Einladung von Pater Andrei Zhylevich. Der Kapuzinermönch ist zugleich Caritasdirektor in seiner Heimatdiözese Minsk-Mogilev. Mindestens ebenso trostlos wie das Wetter sind hier die Lebensbedingungen der Menschen – dies hatte Pater Andrei eindrucksvoll geschildert, als er im Frühjahr in Paderborn zu Besuch war.

Der weißrussische Staat kann kaum Sozialleistungen erbringen. Daher hilft die Caritas den staatlichen Sozialstationen ihre Arbeit zu bewältigen. Mit ihrer Reise wollen die Helfer des Malteser Auslandsdienstes klären, ob und wie sie die Arbeit der Caritas unterstützen können. Beim Besuch der Stadt Molodetschno wird deutlich, dass es hier an vielen Stellen fehlt. Ein Altenheim kann nicht eröffnen, da es keine ausreichende Zahl an Betten gibt. Die Küche in einem Kinderheim ist stark renovierungsbedürftig. Noch vor Ort sagen die Malteser ihre Hilfe zu. Wieder in Deutschland ergibt sich nur wenige Wochen später eine glückliche Fügung des Schicksals: Das Malteser Krankenhaus in Krefeld und das Malteser Altenheim in Duisburg fragen beim Auslandsdienst an, ob aktuell noch Pflegebetten benötigt werden. Und schon wenige Monate später ist ein LKW voller gespendeter Betten auf dem Weg nach Minsk.
 
Ende August 2018 steht eine weitere Lieferung an: Neben gut erhaltenen Pflegebetten, Rollstühlen und Rollatoren, Waschmaschinen und Hygieneartikeln, laden die Malteser auch eine komplette Kircheneinrichtung auf den wartenden LKW. Hölzerne Sitz- und Kniebänke, Stühle für Priester, Kerzenständer, ein Taufbecken, ein Altar, ein Tabernakel und sogar eine komplette funktionstüchtige Orgel gehen nach Minsk. „Die Kircheneinrichtung stammt aus der Auflösung einer ehemaligen britischen Kaserne in Bielefeld. Alles in allem wiegt diese Lieferung zwölf Tonnen und umfasst 84 Kubikmeter“, sagt Frank Janssens. Dort, wo einst britische Soldaten gebetet haben, werden künftig gläubige Weißrussen ihre Heilige Messe feiern. „Die insgesamt 35 Teile umfassende Einrichtung ist für eine Kirche gedacht, die schon Ende September 2018 eingeweiht werden soll.“ Neben der Nothilfe gehört auch eine solche Lieferung zur Hilfe der Malteser, die gemäß ihres Leitspruchs „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ handeln. Mit an Bord des 40 Tonners sind diesmal auch 31 Kartons mit Literweise Aquarellfarbe: Diese sind für ein soziales Zentrum bestimmt, bei dem Menschen mit einer Behinderung Bilder malen.

„Wir suchen übrigens aktuell Verstärkung für unser Team im Auslandslager. Wer also gerne mit anpacken möchte, kann sich jederzeit bei mir melden“, sagt Frank Janssens. Kontakt: Tel. 0171 / 76 94 787.

Weitere Informationen

Frank Kaiser
Diözesanreferent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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