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Malteser Paderborn

Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous kommen in Paderborn an

Den Geist von Lourdes erfahren im Paderborner Dom / Pontifikalamt mit Weihbischof Berenbrinker bei der Diözesanwallfahrt der Malteser am Sonntag

14.09.2018
Fotos: Frank Kaiser
Foto: Thomas Throenle
Foto: Thomas Throenle
Foto: Barbara Franze

Paderborn. Die Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous sind in Paderborn angekommen und finden sich nun bis Sonntag in der Paderborner Bischofskirche. Domvikar Monsignore Gregor Tuszynski nahm den eindrucksvollen Reliquienschrein am Freitag-Abend vor dem Paradiesportal des Hohen Domes zu Paderborn zusammen mit vielen wartenden Menschen in Empfang und begleitete ihn in einer Prozession in das Gotteshaus. Dort feierte er mit rund fünfhundert Gläubigen eine Marienandacht. Die Malteser hatten den Schrein von Osnabrück nach Paderborn transportiert und mit einer Malteser Motorradstaffel begleitet. Am Sonntag feiert Weihbischof Hubert Berenbrinker um 10 Uhr im Paderborner Dom ein Pontifikalamt. Dann ist auch der große Wallfahrtstag des Malteser Diözesanverbandes Paderborn: Die Malteser verlegen anlässlich des Aufenthalts der Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous im Paderborner Dom diesen besonderen Tag einmalig von Werl nach Paderborn.

Gläubige, Interessierte und Malteser aus dem gesamten Erzbistum Paderborn warteten vor dem Paradiesportal des Paderborner Domes auf die Ankunft des Malteserfahrzeuges, in dem der Reliquienschrein der heiligen Bernadette Soubirous transportiert wurde. Sechs Maltesermotorräder begleiteten das Fahrzeug. „Die Anwesenheit der Reliquien aus Lourdes ist für Paderborn ein einmaliges Ereignis, da möchte ich dabei sein“, so sagten einige Wartende. „Ich war selbst schon in Lourdes und dass ich hier in meiner Heimat die Ankunft des Reliquienschreins erleben darf, das ist für mich ein Geschenk. Ich freue mich auf die Gottesdienste.“

Vor dem Paradiesportal wurde der schützende Transportbehälter entfernt und der wertvolle Reliquienschrein wurde sichtbar. In einer Prozession wurde der Schrein von Maltesern in den Altarraum gebracht und dort aufgestellt. Zu Beginn der Marienandacht entzündete Domvikar Monsignore Gregor Tuszynski eine neben dem Schrein stehende Wallfahrtskerze. Er hieß die rund fünfhundert Pilger im Dom willkommen und bedankte sich auch in deren Namen bei den Maltesern und der Deutschen Hospitalité e.V., die den Aufenthalt der Reliquien in Paderborn und im Erzbistum ermöglichten.

Zu Beginn der Marienandacht beteten die Gläubigen „Oh Herr, wir danken dir für deine geliebte Mutter, die 18mal in Lourdes erschienen ist. Wir danken dir, dass du die heilige Bernadette, unter den Demütigen und Ärmsten, die du so sehr liebst, auserwählt hast. Ihr, unserer Fürsprecherin, vertrauen wir unsere Bitten an.“ Es folgten zahlreiche Gebete und Marienlieder. Zum Abschluss gab es eine Zeit der Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten.

Der in den französischen Pyrenäen gelegene Marienwallfahrtsort Lourdes gehört zu den größten und bekanntesten Wallfahrtsorten der Welt: Jährlich machen sich bis zu sechs Millionen Wallfahrer - auch aus dem Erzbistum Paderborn - auf den Weg, um dort zu beten und Gottesdienste zu feiern. Sie gedenken dabei der Marienerscheinungen, in denen die Gottesmutter im Jahr 1858 dem Mädchen Bernadette Soubirous (1844 – 1879) begegnet ist, die im Jahr 1933 heiliggesprochen wurde. Anlässlich der 25 Jahrfeier der Deutschen Hospitalité Notre Dame de Lourdes sind die Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous derzeit in Deutschland, vom 14. bis 28. September 2018 an verschiedenen Orten im Erzbistum Paderborn. Im Erzbistum Paderborn sind Pilger zu geistlichen Veranstaltungen in Paderborn, Werl, Bad Wünnenberg, Rheda und Drolshagen eingeladen.

Zahlreichen Menschen im Erzbistum Paderborn, die schon nach Lourdes gepilgert sind, ist die heilige Bernadette Soubirous bestens vertraut. An der von den Maltesern organisierten traditionellen vorösterlichen Wallfahrt der Generationen nach Lourdes nehmen beispielsweise jährlich rund 1.000 Menschen aus dem Erzbistum teil  (nächster Termin: 11.-17.4.2019).

Den rund 40 Kilogramm schweren Reliquienschrein hatte die Deutsche Hospitalité e. V. zusammen mit einem dreiteiligen Faltaltar in einem gesicherten Transportkasten nach Deutschland gebracht. Die Malteser im Erzbistum Paderborn übernahmen den Transport von Osnabrück nach Paderborn und begleiteten das Transportfahrtzeug mit einer Staffel aus sechs Motorrädern.

Für den Aufenthalt der Reliquien im Paderborner Dom in der Zeit vom 14. bis 16. September sind verschiedene Veranstaltungen geplant. Am Samstag, 15. September, steht unter anderem um 10.30 Uhr eine Messfeier für Menschen in Krankheit mit Spendung der Krankensalbung auf dem Programm, um 15:30 Uhr eine Aktion der Malteser Jugend. Nach der Messfeier um 18 Uhr wird das Angebot Nightfever im Dom insbesondere Jugendliche ansprechen, um 21.30 Uhr ist ein Lichtergebet in der Paderborner Bischofskirche geplant, das um 22 Uhr mit dem Eucharistischen Segen abgeschlossen wird. Am Sonntag, 16. September, ist der große Wallfahrtstag des Malteser Diözesanverbandes Paderborn: Um 10 Uhr wird Weihbischof Hubert Berenbrinker gemeinsam mit allen Pilgern ein Pontifikalamt feiern. Nach einer Sakramentsandacht um 15 Uhr ist der Auszug des Reliquienschreins für 15.30 Uhr geplant.

Vom 14. bis 16. September 2018 wird der Reliquienschrein im Hohen Dom zu Paderborn sein, am 18. September in der Propsteikirche in Werl, vom 20. bis 22. September in der Pfarrkirche St. Antonius in Bad Wünnenberg, vom 23. bis 25. September in der Pfarrkirche St. Clemens in Rheda und schließlich vom 27. bis 28. September in der Pfarrkirche St. Clemens in Drolshagen. Die Pfarreien bieten jeweils ein eigenes Programm mit Gebetszeiten und Gottesdiensten an.

„Wir freuen uns, dass die Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous zu uns ins Erzbistum Paderborn kommen. Wir wünschen uns, dass der in Lourdes spürbare Glaube und Geist durch die Präsenz der Reliquien der Heiligen auch für uns Inspiration ist“, hatte Weihbischof Hubert Berenbrinker gesagt, als die verschiedenen Stationen des Reliquienschreins im Erzbistum Paderborn vorgestellt wurden. Weihbischof Berenbrinker hat schon viele Wallfahrten nach Lourdes begleitet: „Mit den zahlreichen Gläubigen aus unserem Erzbistum, gesunden und kranken Menschen, bin ich immer gerne in Lourdes. Ich wünsche mir, dass noch mehr der Geist von Lourdes hier im Erzbistum erfahren werden und wirken kann.“

Zu ihrem 25jährigen Bestehen hat die Deutsche Hospitalité Notre Dame de Lourdes den Auftrag des Heiligtums und des Bischofs von Tarbes und Lourdes erhalten, die Reliquie der Heiligen Bernadette Soubirous von Diözese zu Diözese reisen zu lassen. Ehrenamtliche Helfer der Deutschen Hospitalité stehen allen Pilgern und Kranken während der gesamten Wallfahrtsaison in Lourdes zur Seite. Sie erwarten die Menschen in Krankheit an Bahnhof und Flughafen, wenn sie in Lourdes ankommen und helfen beim Ein- und Ausladen. Sie begleiten die Pilger und Kranken durch die Grotte, bei den Prozessionen, empfangen, tragen oder stützen sie. Schließlich säubern sie die Häuser und richten die Säle der Herbergen in Erwartung der nächsten Pilger.

Die heilige Bernadette Soubirous

Bernadette Soubirous wurde 1844 in Lourdes geboren. 1858 erschien ihr insgesamt 18mal eine wunderschöne Dame in einer Felsengrotte außerhalb von Lourdes. Am 25. März 1858 gab sich diese mit den Worten zu erkennen: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“. Niemand schenkte dem ungebildeten, aus sozial schwachen Verhältnissen stammenden, kranken Mädchen Glauben. Doch die gleichbleibende Genauigkeit ihrer Erzählungen und die zunehmende Zahl der Menschen, die von Krankheiten geheilt werden, haben ihre eigene Überzeugungskraft. Acht Jahre nach den Erscheinungen trat Bernadette Soubirous in das Kloster St. Gildard in Nevers ein, wo sie 1879 starb. Ihr Leib liegt – bis heute unverwest – in einem Glasschrein in der Klosterkirche. 1933 wurde Bernadette Soubirous durch Papst Pius XI. heiliggesprochen.

Was ist eine Reliquie und wozu dient sie?

Das Wort „Reliquie“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Zurückgelassenes; Überbleibsel“. Das kann ein Körperteil sein oder etwas aus dem Besitz eines Verstorbenen. Im Reliquienschrein der heiligen Bernadette befindet sich eine ihrer Rippen. In der katholischen Kirche werden Reliquien als ein Zeichen anerkannt, das an diesen Menschen erinnert und dabei hilft, mit ihnen gedanklich in Verbindung zu bleiben. Von den Heiligen glauben Katholiken, dass die Heiligen bei Gott Fürsprecher sind. Deshalb werden sie verehrt. Katholiken vertrauen darauf, dass die Heiligen mit und für sie beten und dass sie Gott um die Erhörung und Erfüllung der Anliegen bitten. Reliquien verbinden mit den Fürsprechern bei Gott, sie sind aber keine magischen Gegenstände, die aus sich selbst etwas bewirken.

Lourdes

Lourdes ist einer der berühmtesten Marienwallfahrtsorte der Welt. Rund sechs Millionen Pilger besuchen ihn jedes Jahr, viele von ihnen suchen hier Heilung. Dokumentiert sind bislang über 7.000 medizinisch auffällige Heilungen, rund 2.000 davon wurden von Ärzten als unerklärlich eingestuft. Aber nur 70 von diesen hat die Katholische Kirche nach eingehender Prüfung offiziell als Wunder anerkannt. Mindestens genauso wichtig wie die großen Wunder sind die zahlreichen kleinen. Viele an Leib und Seele erkrankte Menschen erfahren in Lourdes eine positive Veränderung für ihr Leben und erhalten Kraft und Heil für ihre Seele. Auch aus dem Erzbistum Paderborn machen sich jedes Jahr zahlreiche Pilger auf den Weg nach Lourdes.Der Besuch der Reliquie der heiligen Bernadette Soubirous in Paderborn bietet schon jetzt eine Gelegenheit, „Lourdes und dem dortigen Geschehen“ ganz nah zu kommen.

Weitere Informationen

Frank Kaiser
Diözesanreferent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (05251) 1355-12
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