Corona-Pandemie erschwert medizinische Hilfe der Malteser

Malteser Sprechstunden für Menschen ohne Krankenversicherung (MMM). (Foto: Malteser/Tim Tegetmeyer)

Siegen. Die Frage nach der Versicherungskarte gehört normalerweise zum ersten, was Patienten in Arztpraxen nach der Begrüßung hören. Doch was, wenn man über keine Versicherung verfügt?

In diesem Jahr wurden bis Anfang November 3.000 Patienten in den fünf Malteser Sprechstunden für Menschen ohne Krankenversicherung (MMM) in NRW behandelt. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen der Öffnungszeiten dieser ehrenamtlichen medizinischen Angebote sind das deutlich weniger Patienten als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen.

Ganz anders in der Siegener MMM-Ambulanz: 54 Patientinnen und Patienten mit über 130 Behandlungen sind es bis zum jetzigen Zeitpunkt. Das ist eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. Entgegen anderer Ambulanzen war die Siegener Sprechstunde durchgehend geöffnet. Die Corona-Pandemie gefährde erkrankte Menschen ohne Krankenversicherungsschutz zusätzlich, warnt Nicola Mühlhahn, Koordinatorin der MMM in Siegen. „Unter unseren Patientinnen und Patienten sind Schwangere, Menschen ohne gültige Aufenthaltsstatus und drei Personen, die sich im Kirchenasyl befinden“, berichtet Nicola Mühlhahn. Auch Hilfesuchende, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht zurück in ihre Heimatländer reisen können, sind dabei. In der Siegener MMM-Ambulanz sind sechs Ärztinnen und Ärzte, zehn Krankenschwestern sowie eine Verwaltungskraft und zwei Arzthelferinnen ehrenamtlich tätig, die die Hilfesuchenden auf Wunsch auch unter Wahrung ihrer Anonymität behandeln. Zusätzlich führt das Gesundheitsamt auf Anfrage kostenlose Covid-19-Tests für die Patientinnen und Patienten durch.

Größtes Problem nach der Corona-Situation und dem damit verbundenen Schutz des eigenen medizinischen Personals sei nach wie vor die Finanzierung dieses überwiegend ehrenamtlichen medizinischen Hilfsangebotes. Neben der in Siegen hohen Patientenanzahl und den damit verbundenen Behandlungskosten hätten sich die Kosten für Schutz- und Hygienemaßnahmen deutlich erhöht, beschreibt die Nicola Mühlhahn die Situation. „Daher entlastet es uns sehr, dass wir die Räume des Pfarrheims St. Marien am Häutebachweg 5 kostenlos nutzen dürfen“, freut sich Nicola Mühlhahn. Für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz sei die Lage zurzeit schwierig und ein Ende noch nicht absehbar, unterstreicht die Koordinatorin.

Infos:  https://www.malteser-paderborn.de/angebote-und-leistungen/fluechtlingshilfe-und-integration/malteser-medizin.html

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